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Hagen a.T.W. 
und seine Kirschen

Bereits im 16. Jahrhundert wurden in der Gemeinde Hagen nachweislich Süßkirschen in größerem Umfang angebaut. Um 1900 hatte sich Hagen zum bedeutendsten Obstanbaugebiet zwischen Osnabrück und Münster entwickelt. Auch war die Kirschblüte in Hagen ein beliebtes Ausflugsziel geworden. Im Verlauf des 20. Jh. nahm die wirtschaftliche Bedeutung des Obstbaus in Hagen jedoch stetig ab, da sich in Deutschland ein intensiver Plantagenobstbau entwickelte und der Streuobstbau mit hohen, grosskronigen Bäumen immer unwirtschaftlicher wurde. Dennoch sind diese zum Teil schon sehr alten Bäume mit ihrer bezaubernden Blüte im Frühjahr auch heute noch ein unverzichtbares Element der schönen Landschaft Hagens. 

Kirschbäume prägen (noch?) die Landschaft Hagens

 

Seit Jahrzehnten fördert die Gemeinde Hagen a.T.W. bereits die private Neuanpflanzung von Kirschbäumen. Im Jahr 2000 wurde der Touristikverein gegründet, der sich u.a. für das Thema „Süßkirsche“ zur Positionierung im Tourismusmarkt aussprach. Daraus resultierte zum Beispiel das seit 2003 alle 2 Jahre stattfindende Kirschfest mit Krönung der Hagener Kirschkönigin. Seit 2005 hat Hagen sogar auch ein Kirschmonster!

Starköchin Sarah Wiener mit dem "Hagener Kirschmoster" (Bonn, Mai 2008)

 

Dank der bereits durchgeführten Projekte sowie des noch laufenden BLE-Modellvorhabens zum Thema Süßkirschenvielfalt konnten bereits viele Erkenntnisse gewonnen werden: So stehen auf dem Hagener Gebiet noch über 3.000 Süßkirschbäume, von denen jedoch einige hoch gefährdet sind ! Bisher konnten 34 Kirschsorten pomologisch identifiziert werden. 8 Sorten brauchen eine eingehendere Untersuchung und haben bislang noch keinen Namen erhalten. 7 der gefundenen Sorten sind sehr selten. 

 

Stattlicher Kirschbaum bei einem Hagener Gehöft

Aber was auch die Pomologen überraschte: die Sorten „Lucien“ und „Elton“ galten in Deutschland bisher als verschollen. Sie konnten in Hagen a.T.W. wieder entdeckt und gesichert werden !!! Gemeinsam mit der Kirschsortenanpflanzung am Jägerberg verfügt Hagen bald über eine sehr umfangreiche Kirschsortensammlung. Sie wird etwa 250 bis 300 Sorten umfassen und stellt den "Schatz" dar, für dessen lebendige Erhaltung sich Hagen im Jahr 2007 im Rahmen der Genbankkooperation verpflichtet hat.

Wenn Sie in Ihren Garten oder auf Ihre Wiese einen Süßkirschenbaum pflanzen möchten: Die Baumschule Fels in Westerkappeln hat u.a. neu veredelte Bäume der alten Hagener Sorten im Angebot!