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Die Kirsche des Jahres 2010

heißt:

Lucienkirsche

Im folgenden erhalten Sie einige Informationen zu dieser Kirschensorte:

 

Früchte der 
Lucienkirsche

 

 

 

 

Typischer Baum der Lucienkirsche

 

Herkunft:

Die Lucienkirsche wurde um 1800 vom Rentmeister Uellner auf dem Gut Alt-Luneberg bei Bremerhaven aufgefunden und von dort auch in andere Regionen verbreitet.

 

Verbreitung:

Die ‘Lucienkirsche‘ stand schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts regelmäßig auf den Sorten-Empfehlungslisten des Deutschen Pomologen-Vereins. Sie dürfte vor allem im Nordwesten Deutschlands verbreitet gewesen sein. Anfang der 1950er Jahre wurde die Sorte noch von den Landwirtschaftskammern Weser-Ems und Bayern zur Anpflanzung empfohlen. 1962 findet sich ihr Name noch in einer Liste der „Handelsnamen für Kern- und Steinobstsorten“ der Bundesobstsorten-Kommission.

In den letzten Jahrzehnten war die ‘Lucienkirsche deutschlandweit in keinem Reisermuttergarten oder Obstbauinstitut mehr erhältlich und musste insofern offiziell als verschollen eingestuft werden. Dass die ‘Lucien‘ andererseits in der Kirschgemeinde Hagen a.T.W. über Jahrzehnte die mit Abstand häufigste und bekannteste Sorte des Ortes war und dort auch heute noch zahlreich vertreten ist, zeigt, wie regional unterschiedlich sich einst die Sortimente je nach den örtlichen Boden- und Klimaverhältnissen sowie den (eher zufälligen) Einflussnahmen regionaler Baumschulen oder Empfehlungen entwickelt haben.

 

Fruchtmerkmale:

Mittelfrüh blühend. Reift in der 3.- 4. Kirschwoche. Die Kirsche verbleibt ohne zu platzen lang am Baum und kann über einen Zeitraum von 10 – 14 Tagen geerntet werden. Die Früchte sind blass gelb, sonnenseits gerötet. 

 

Verwendung:

Einmachfrucht, vollreif auch aromatische Tafelkirsche. Laut Götz (1970) gut für Obstbrand geeignet.

 

Baummerkmale und Anbauempfehlung:

Gesunde Sorte, kaum anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Die Bäume erreichen ein hohes Alter. Auch wenn die Sorte nicht zu den größten und aromatischsten Süßkirschen zählen kann und helle Kirschen heute auf dem Markt nicht mehr so gefragt sind, kann sie für den Streuobstanbau dennoch empfohlen werden aufgrund der hohen Baumgesundheit, der sicheren Erträge, des günstigen (beerntbaren) Kronenaufbaus und der hohen Platzfestigkeit der Frucht. Die langsame Abreife über einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen ist für Selbstversorger wie für Direktvermarkter gleichermaßen vorteilhaft.

 

Wo kann ich einen Baum dieser Sorte kaufen?

Die Baumschule Fels in Westerkappeln bietet unter anderem auch diese Sorte zum Verkauf an. Gepflanzt wird in der Regel im Herbst oder im Frühjahr. Bitte nehmen Sie Kontakt mit der Baumschule auf!

 

Wildkirsche ist Baum des Jahres 2010

Übrigens: Der Baum des Jahres 2010 ist die Wildkirsche (auch Vogelkirsche genannt). Sie ist die verwandte Wildart unserer Kulturkirsche und von großem ökologischem Wert. Auch auf Hagener gebiet stehen viele Wildkirschbäume. Wenn Sie mehr über den Baum des Jahres 2010 erfahren möchten, klicken Sie HIER.